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Der Schattenbruder

Ein Jugendroman von Max Kruse

Ich hab das Buch als Kind sehr oft gelesen und muss es wohl geliebt haben. Obwohl mir nur in Erinnerung war, wie sich Hetja – der Held des Romans – mit Tollkirschen versucht umzubringen. Alles andere wusste ich nicht mehr. Und war umso überraschter beim lesen.

Hetja verliert seine Mutter und den Vater durch den bösen Herrn Thorolf und verlässt die heimatliche Burg im hohen Norden. Auf der Reise in den Süden begegnen ihm allerlei Freunde, die ihm auf die eine oder andere Weise in seinem Leben weiterbringen. Und immer wieder zeigt sich Hetja der Schattenbruder. Sein Zwilling, der ihm in die Wiege gelegt wurde und ihn unsichtbar für andere Menschen begleitet.
Ziel der Reise ist es, einen Weg zu finden, den Herrn Thorolf zu besiegen. Doch eigentlich ist es der Weg von Hetja, den Sinn des Lebens zu verstehen oder erstmal zu finden. Denn immer wieder zweifelt er an seinem Sein.

Ich glaube, als Kind oder Jugendliche habe ich das Buch nicht so verstanden wie ich es jetzt tue. Ich hab wohl nur das Abenteuer gelesen und mit Hetja mitgelitten. Doch es ist so viel mehr in dem Buch drin.

In den Jahrmillionen der Weltzeit hat dein Ich, hat dein Bewusstsein ein einziges Mal, dieses eine, einzige Mal, die Möglichkeit erhalten zu sein! Du durftest denken, du durftest empfinden, du durftest sehen, was um dich ist – du durftest glauben: dieses grosse Wunder der Schöpfung. Nur diese eine kurze Spanne deines Lebens ward dir gegeben, all dies zu erblicken, zu fühlen zu begreifen.

Es ist ein Jugendbuch, was den Kampf Gut gegen Böse betrifft. Die Seiten sind relativ klar oder werden schnell klar gemacht. Da gibt es praktisch keine Überraschungen.
Schwieriger ist es wohl, den Gesprächen zu folgen, den Sinn zu verstehen. Aber es lohnt sich – aber vielleicht scheint es mir nur schwierig, weil ich diese Seite des Buches vollkommen verdrängt hatte. Doch ich bin froh, habe ich dieses Buch nochmal gelesen. Oft ist es mir so ergangen, dass ich ein Buch – als Kind heiss und innig geliebt – als Erwachsene nicht mehr so toll fand. Einfach weil ich mehr den Überblick habe und den Zusammenhang viel zu schnell erkannt habe und die Ereignisse darum nicht mehr so spannend waren.

Am Anfang bin ich über den Schreibstil erschrocken und war mir nicht sicher, ob ich das durchhalten werde. Die ersten Sätze sind sehr kurz, was einen sehr abgehackten Lesefluss ergab. Dies hat sich dann jedoch sehr verbessert.

Alles in allem, ein lohnenswertes Buch. Ich bin glücklich hab ich es endlich in meiner Sammlung. Und ich hoffe dass meine Kinder – keine eigene, aber genügen Nichten, Neffen und Patenkinder – es vielleicht auch einmal lesen wollen und begeistert davon sind.

BC Challenge-Banner

Ins Leben gerufen wurde “Der Geschichte auf der Spur” von Melli & Steffi
Ziel dieser Challenge ist, 12 Bücher aus der Geschichte der Menschheit zu lese und zwar bis zum 5. Oktober 2011. Alles weitere dazu, findet ihr auf der extra eingerichtet Seite dieser Bücher-Challenges.

Hier ist meine vorläufige Leseliste. Ich habe vor, nicht nur die vorgesehen 12 Romane zu lesen, sondern zu jeder Station eines. Mal schauen wie es dann läuft.
Bei einigen Büchern bin ich mir nicht sicher, ob sie tatsächlich dazugehören – aber es kann sich ja noch alles ändern. Darum habe ich auch jeweils mehrere Bücher bei jeder Station gelistet.

1. Ur- und Frühgeschichte
Vorgeschichte (Steinzeit, etc.)
- Birgit Jaeckel: Die Druidin(SuB)
- Regine Leisner: 1. Die Rabenfrau (SuB)
- Regine Leisner: 2. Unter dem Rabenmond (?)
- Wolfgang Jaedtke: Steppenkind (SuB)
- Bernard Cornwell: Stonehenge (Bibliothek)
Frühe Hochkulturen (Ägypten, Mesopotamien, Indien, China, Mykenische Kultur )
- Rosa Naumann: Der Gehilfe des Mumienmachers (SuB)
- Brigitte Riebe: Schwarze Frau vom Nil (Bibliothek)
- Brigitte Riebe: Isis (Bibliothek)
- Brigitte Riebe: Auge des Mondes (SuB)

2. Antike
Antikes Griechenland (8. – 4. Jahrhundert v.Chr.)
- Katherine Allfrey: Taube unter Falken (SuB)
- Sascha Berst: Mord im Garten des Sokrates (kaufen)

Römisches Reich (5. Jh. v.Chr. – 5. Jahrhundert)
- John Maddox Roberts: Der Frevel des Clodius (SuB)

Sonstige Antike (Perserreich, Kelten, etc.)
Hab ich noch nichts gefunden

3. EXKURS #1
Sagen in der Geschichte
- Tanja Kinkel: Der König der Narren

4. Mittelalter
Frühes Mittelalter (5. – 10. Jahrhundert)
- Agnes Imhof: Die Königin der Seidenstraße (Bibliothek)

Hochmittelalter (11. – 13. Jahrhundert)
- Katia Fox: Das kupferne Zeichen (SuB)
- Rebecca Gablé: Das zweite Königreich (SuB)

Spätmittelalter (14. – 15. Jahrhundert)
- Rebecca Gablé: Waringham-Trilogie: Das Lächeln der Fortuna (Band 1) (SuB)
- Vanora Bennett: Die Seidenprinzessin (Bibliothek)
- Bernard Cornwell: Das Zeichen des Sieges (Bibliothek)
- Rainer M. Schröder: Das Geheimnis des Kartenmachers (SuB)

5. EXKURS #2
Die Kreuzzüge (1096-1444)
Hab ich noch nichts gefunden

6. Neuzeit
Frühe Neuzeit: Reformation & Dreißigjähriger Krieg (1517 – 1648)
- Bartos-Höppner: Rettet den grossen Khan (SuB)

Absolutismus & Aufklärung (1648 – 1789)
- Diana Gabaldon: Echo der Hoffnung (Band 7) (SuB)

Zeiten des Umbruchs (1789-1815)
- Lena Johannson: Die Bernsteinsammlerin (Bibliothek)
- Robert Shea: Der weisse Schamane (SuB)

Nationalismus, Industrialisierung & Kolonialismus (19. Jahrhundert)
- Jennifer Donnelly: Die Teerose (Bibliothek)
- Petra Durst-Benning: Die Zarentochter (Bibliothek)
- Nicole C. Vosseler: Unter dem Safranmond (Bibliothek)
- Andrea Schacht: Göttertrank (Bibliothek)

7. EXKURS #3
Kolonialisierung (Amerika, Indien, Australien, Afrika etc.)
- Colin Falconer: Die Aztekin (SuB)
- Barbara Wood: Rote Sonne, schwarzes Land (Bibliothek)

8. Neueste Geschichte
Die Welt von 1900 – 1945 (Jahrhundertwende, Russische Revolution, Weimarer Republik, etc.)
- Judith Lennox: Das Haus in den Wolken (Bibliothek)

Erster Weltkrieg (1914 – 1918)
- Charlotte Link: Sturmzeit (Bibliothek)

Nationalsozialismus & Zweiter Weltkrieg (1933 – 1945)
- Mirjam Pressler: Malka Mai (SuB)
- Günter Grass: Die Blechtrommel (Bibliothek)
- Charlotte Link: Wilde Lupinen (Bibliothek)

Das Ziel dieser Challenge ist, mindestens 6 Bücher von Serien zu lesen und damit die Serie zu beenden. Alles Weitere findet ihr auf der Seite von Nerolaan.

Da ich so viele Serien hab, die gerne beendet werden wollen oder sollten, mach ich mal mit. Hier meine Leseliste.

Warrior Cats
01. In die Wildnis.
02. Feuer und Eis.
03. Geheimnis des Waldes.

04. Vor dem Sturm.
05. Gefährliche Spuren.
06. Stunde der Finsternis.
07. Feuersterns Mission. (Extraband)

Ulysses Moore
01. Die Tür zur Zeit
02. Die Kammer der Pharaonen
03. Das Haus der Spiegel
04. Die Insel der Masken
05. Die steinernen Wächter
06. Der Erste Schlüssel

Drachenbeinthron
vor Jahren hab ich die ersten Bücher gelesen und dann abgebrochen. Jetzt will ichs nochmal wissen
01. Der Drachenbeinthron
02. Der Abschiedsstein
03. Die Nornenkönigin
04. Der Engelsturm

Merle-Trilogie
01. Die fließende Königin
02. Das steinerne Licht
03. Das gläserne Wort

Tintenherz – Trilogie
01. Tintenherz
02. Tintenblut
03. Tintentod

Maya und Domenico
01. Die krasse Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft
02. Liebe zwischen zwei Welten
03. Entscheidung mit Folgen
04. So nah und doch so fern

05. Schatten der Vergangenheit
06. Auf immer und ewig?

Trilogie vom Kleinen Volk
01. Das kleine Volk
02. Der Elfenwald

03. Heimkehr ins Elfenreich

Ich bin zwar erst kürzlich auf die Idee der Challenges gestossen, aber ich bin schon sehr begeistert davon.
Beim Zusammenstellen meiner persönlichen Leselisten hab ich auch gemerkt, wieviel Spass ich am Listen machen habe ^_^

Und das war auch ein Grund, warum ich diesen Blog wieder aktiviere. Es gibt weitere Menschen die solch eine Freude am Lesen und an Büchern haben. Die unsinnige Listen erstellen – ich liebe es – was sie lesen, sie zählen Seiten, machen Statistiken über ihr Lesejahr…

Die ursprüngliche Idee für diesen Blog war, dass ich Rezensionen schreibe und dadurch lerne, die Bücher – vorallem das Bücher-schreiben – besser verstehen zu können.
Aus lauter Ehrgeiz wollte ich zu jedem Buch eine Rezension schreiben. Davon bin ich aber abgekommen. Es sind zu viele und immer habe ich auch nicht Zeit und Lust um vor den PC zu sitzen und eine Zusammenfassung zu schreiben. Vorallem lese ich auch die Kinderbücher die ich verschenke. Um zu wissen, was passiert ist, wenn die Kinder plötzlich mit Fragen kommen. Da hab ich gemerkt, dass diese Bücher für mich nicht mehr so spannend sind, da ich das meiste ahne bevor es passiert. Aber genau solche Bücher habe ich als Kind auch geliebt, ich hab mitgefiebert, hatte Angst um die Helden – ich war mitten drin. Jetzt hab ich den Überblick eher und es hat seine Spannung verloren.
Eine Rezension über solche Bücher zu schreiben fällt mir schwer. Sie würde negativ ausfallen, weil ich das Buch nicht aus den Augen der Kinder sehen kann. Und trotzdem bin ich sicher, dass es für die Kinder ein spannendes Abenteuer wäre.
Und mit Kinderbücher meine ich solche für Kinder zwischen ca. 6 und 10 Jahren.

Lange Rede kurzer Sinn:
ich werde zwar weiterhin Rezensionen schreiben, aber nicht mehr zu allen Büchern die ich lese.

erzählt von Ursula M. Williams und Franz Caspar

Das Rösslein Hü ist ein Kinderbuch und ich habe es damals oft und gerne gelesen. Ich erinnere mich noch gut an die Geisterpferde im Meer und wie ich sie gefürchtet habe. Dabei ist von ihnen nur in einem kleinen Kapitel zu lesen. Trotzdem, damals hatte ich vor dieser Stelle immer Angst und habe mit dem Hü mitgelitten.

Richtig kritisieren kann ich dieses Buch nicht. Ich würde nicht damit fertig werden und – naja- Kindheitserinnerung halt^_^

Ich hab bei Anna (Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna) geschrieben, dass ich erwartet hatte, dass die Sprache altbacken klingt. Dem war aber nicht so – Anna wurde 1974 geschrieben, Hü schon 1943. Damit ist das Hü eindeutig altbackener als Anna ^_^ Man merkt es ihm deutlich an.

„Juhu! Gerettet!“ jubelte Hü, denn es merkte wohl, dass der Koffer glücklicherweise mit dem Deckel nach oben schwamm, sonst wäre er vielleicht jetzt noch ertrunken samt dem hölzernen Rösslein.
Wie erschrak aber Hü, als es plötzlich wieder die hohen Stimmen der Geisterpferde hörte:
„Habt ihr gehört, das freche Ding da hat wieder geschrieen! Wo ist es? Vorwärts, wir müssen es finden! Wollen ihm nachjagen, bis es vor Müdigkeit ertrinken muss!“
Da wurde Hü wieder ganz still. –

–Das waren die Sturmlaternen der Rettungsboote. „Sind alle in den Booten?“ hörte Hü den Kapitän rufen.
„Es fehlt noch der Hans!“ sagte eine raue Stimme. Und alle Seeräuber begannen zu rufen:
„Hans! Seeräuber Hans!“
Aber es kam keien Antwort, obwohl die Rettungsboote ein paarmal um das sinkende Schiff herumfuhren.
“Er ist wohl ertrunken“, sagte einer, „es ist besser, wir rudern weg!“
„Was ist das dort?“ rief ein anderer, „dort schwimmt ein Koffer!“
„Das ist der Koffer vom Seeräuber Hans!“ antwortete die raue Stimme. „Besser wir lassen den Koffer mit dem armen Hans ersaufen.“
Und dann ruderten sie fort.

Ein Buch, das man den Kindern auch heute noch vorlesen kann. Was ich für meine Nichte und Neffen sicherlich tun werde. Allerdings muss man im zweiten Teil, einige Wörtchen abändern. Die sind nicht mehr „politisch korrekt“. Und so was will ich den Kindern auch nicht beibringen. ^_^

Der Kuss des Todes

von Kate Logan alias Brigitte Melzer

Hätte ich von Anfang an gewusst, dass Kate Logan ein Pseudonym von Brigitte Melzer ist, hätte ich die Finger von dem Buch gelassen. Denn ich hatte bereits das Vampyrbuch von ihr gelesen. Naja, ich hab mich durchgequält. Und ich habs auch nur zu Ende gebracht, da ich selten ein Buch vorzeitig beende. Wenn, ist es dann wirklich grottenschlecht. Ich kann jetzt auch nicht mehr sagen, warum es mir nicht gefallen hatte, dafür ist es schon eine Weile her und schlechte Bücher vergesse ich rasch wieder.

Aber ich will nicht über Vampüre reden, sondern über Geister.

Samantha – kurz Sam – (schon wieder Sam?) erbt das Haus ihrer Tante Fiona. In dem Haus, das direkt neben einem Friedhof liegt, wohnt auch ein Geist – Nicholas. Sam verliebt sich in ihn und er sich in sie. Doch Nicholas hütet ein schreckliches Geheimnis und bald weiss Sam nicht mehr wem sie trauen kann.

Sam mochte ihre Tante Fiona und hatte auch ein gutes Verhältnis zu ihr, war aber noch niemals im geerbten Haus. Fiona wollte sie lieber in der Stadt besuchen, weil sie aus dem Kaff namens Cedars Creek (erinnert mich irgendwie an einen Käse) raus kommen wollte. Naja. Kann ich nicht nachvollziehen, ein Gegenbesuch wäre nett gewesen. Ich vermute mal, dass Sam und Nicholas sich nicht früher treffen sollten. Hat mich ein bisschen gestört, aber da es am Anfang war, konnte ich leichter drüber hinweg sehen und hoffen, dass es noch besser kommt.

Es kommt eigentlich auch besser. Teilweise.

Sam kommt ins Haus und spürt mehrmals die Kälte um sich herum. Ausser im Badezimmer. (Hierhin sollte in rotwerdender, schiefgrinsender Smiley kommen. Ich weiss nur nicht wie ich die hier einbauen kann.) Durchzug, Bauweise des Hauses, Ventilator, Zugluft aus dem Kamin – Sam findet jede Menge möglicher Gründe für die Kälte. Sie denkt auch an Zombies und Geister, aber das ist ja sowas von Unmöglich, also weg damit. Ich hätte sie am liebsten geschüttelt. „Hallo? Es ist ein Geisterbuch. Da kommt nun mal ein Geist vor.“ Denn schon wieder dauert es 103 Seiten bis Nicholas als Nicholas auftaucht. Nicht ganz, denn noch immer kann ihn Sam nicht sehen. Die Szene in der er mit ihr spricht – in Bett, in der Nacht, aus dem Schlaf gerissen – zähl ich nicht dazu. Denn das tut Sam als Albtraum ab.

Sam bittet ihre neue Freundin Tess zu Hilfe um den Geist auszutreiben. Immerhin schon auf Seite 122 kann Sam Nicholas endlich sehen. Bis sie sich dann verlieben dauert es nochmals, denn da gibt es noch den gutaussehenden und reichen Adrian. Der sich natürlich sofort für Sam interessiert – für alle anderen jungen Mädchen aus der Stadt hatte er nie was übrig. Wie sich später herausstellt, hat er dazu auch gute Gründe. Das hat mich dann auch wieder versöhnt. Neues-Mädchen-kommt-in-die-Stadt-und-bestaussehenster/reichster-Junge-verliebt-sich-in-Mädchen gibt’s schon zuhauf schlecht umgesetzt.

Ohne gross zu spoilern, die Sache mit Tess wirkte für mich ein wenig aufgesetzt. Das Geheimnis von Nicholas war durchaus interessant und die Verwicklungen drum herum auch. Hübsch geschrieben – im Gegensatz zu den Vampürbücher hat mir die Schreibweise gefallen. Erstaunlich. Liegt das nun an der Ich-Perspektive oder wirklich nur an dem Pseudonym?

Was ich nicht verstehen konnte, warum will Sam das Haus renovieren? Eigenhändig? Dass sie kein Geld für Handwerker hat, okay. Aber sie will es ja verkaufen. Warum reicht es da nicht, wenn sie einfach die persönlichen Sachen von Fiona wegräumt? Möbel können unter Umständen auch im Haus bleiben, vielleicht hat ein Käufer ebenfalls Interesse daran. Vor allem müsste Sam keine Möbel zusammenlegen und entsorgen. Was Zeit und Kraft und Geld spart. Schliesslich hat Sam auch nicht solange Zeit, da sie ihre neue Stelle antreten will. Und dann will sie ein Haus renovieren, das sie dann doch verkaufen will. Himmel, Mädchen, verkauf es und lass den Käufer die Arbeiten erledigen!

Wenn es darum geht, dass Sam genügend Zeit hat um Nicholas kennenzulernen, hätte es gereicht, wenn sie einfach die persönlichen Sachen entrümpelt. Braucht meiner Meinung nach fast mehr Zeit als nur Tapeten abzuspachteln und solcherlei Krams.

Im Grunde genommen ist die Idee und die Geschichte drumherum ist gut. Und vielleicht lohnt es sich doch, ein zweites Buch von einem Autor zu lesen, auch wenn einem das erste nicht gefallen hat. Nur dafür ist mir meistens die Zeit, das Geld und meine Gesundheit – wenn ich mich wiederum aufregen muss – zu schade. Von dem her, lass ich solche Experimente doch sein.

geschrieben von Fynn

„Mister Gott muss sich manchmal ganz klein machen, sonst weiss er doch überhaupt nicht, wie ein Marienkäfer lebt – oder?“

Das sagt Anna mit fünf, ein Jahr nachdem Fynn sie als Strandgut in den Londoner Docks aufgelesen hat. Drei Jahre hängen die beiden aneinander wie die Kletten, und Anna erklärt Fynn, was das wirklich ist: Gott und die Welt, Menschen und Liebe, Lachen, Angst, Freude und Trauer…

Das steht auf dem Innenumschlag des Buches. Und dies brachte mich dazu, das Buch mitzunehmen.

Es ist ein wunderbares Buch, es hat mich verzaubert. Auch wenn ich einzelne Stellen mehrmals sorgfältig lesen musste, bis ich den Sinn verstand, gehört es fortan zu meinen Lieblingsbüchern.

„Eines der schönsten, anrührendsten, menschlichsten, heitersten, melancholischsten Bücher, das je erschienen ist!“
Zitat „Die Welt“

Erschienen ist das Buch im Jahr 1974. Obwohl es so alt ist, merkt man es ihm nicht an. Die Sprache ist frisch und klar, kein bisschen „altbacken“ wie ich aufgrund des Alters erwartet hatte.

Anna hat Fynn – und auch mir – eine ganz neue Welt eröffnet. Eine Welt mit, um und in  Gott, so schön und einfach erklärt.

Wie Fynn in dem Buch schreibt, Anna hat ihn verzaubert und all ihre Mitmenschen. Und wohl alle die das Buch gelesen haben, mich eingeschlossen.

Mehr möchte ich gar nicht dazu sagen, nur – lest es selber! Es lohnt sich.

Doch etwas noch: Es gibt kein Happy End. Anna stirbt als die acht Jahre alt ist. Sie stürzt von einem Baum. Das Letzte was sie zu Fynn sagt, ist: „Wetten, dass mich Mister Gott dafür in sein Himmel reinlässt?“
Doch Fynn wettet nicht. Denn er weiss, dass Anna, wie immer, recht hat.

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